Der Begriff „Erneuerbare Energien“ ist derzeit in aller Munde. Vor allem im Hinblick auf die drohenden Klimakatastrophen – von Wandel kann schon lange keine Rede mehr sein – wird das Thema immer relevanter. Für jeden von uns. Doch was versteht man unter erneuerbare Energien? Welche gibt es und wie können sie den Klimawandel aufhalten? Hier kommen die Antworten.
Was versteht man unter Erneuerbare Energie?
Erneuerbare Energien sind Energiequellen, die sich nahezu unerschöpflich regenerieren und somit als nachhaltige Alternative zu fossilen Brennstoffen dienen. Sie beziehen sich auf natürliche Ressourcen wie Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und geothermische Wärme, die kontinuierlich erneuert und daher als saubere und schier unerschöpfliche Energiequelle genutzt werden können.
Erneuerbare Energien sind unverzichtbar in der heutigen Energielandschaft. Früher wurden sie als Stromerzeugungsmodelle betrachtet, die ihren experimentellen Charakter nie ganz ablegen konnten. Doch seit den 00er-Jahren gewinnen erneuerbare Technologien zunehmend an Bedeutung.
Der gesellschaftliche Wandel, der spätestens durch die Reaktorkatastrophe in Fukushima eingetreten ist, hat zu einem Atomausstieg in Deutschland und einer umfassenderen Diskussion geführt. Dieser Wandel hat auch Konsequenzen für die deutsche Stromlandschaft, da der Anteil erneuerbarer Energien dramatisch gestiegen ist.
Während 2021 ein Anteil von ungefähr 41 Prozent erreicht wurde, wird der Anteil im Jahr 2022 laut Umweltbundesamt auf rund 46 Prozent steigen. Im Jahr 2002 lag der Anteil noch bei 7,7 Prozent und im Jahr 1990 bei 3,4 Prozent. Früher übernahmen große Kohle- und Atomkraftwerke einen Großteil der Stromversorgung, aber heute ist diese Verantwortung auf viele kleine Schultern verteilt.

Anlagen der Erneuerbaren Energie sind in der Lage, Leistungen von wenigen Kilowatt bis hin zu mehreren Megawatt zu erbringen, jedoch produzieren sie alle eigenständig Strom. Eine der größten Herausforderungen der Energiewende besteht darin, die Koordination vieler dezentraler Stromproduzenten zu gewährleisten.
Technologische Fortschritte wie virtuelle Kraftwerke leisten seit dem EEG 2012 einen aktiven Beitrag, um die Stromproduktion auch von vielen kleinen Anlagen sicher in die deutsche Energielandschaft zu integrieren.
Mit der zunehmenden Bedeutung des kurzfristigen Stromhandels sind Strom- und Börsenprognosen von weitaus größerer Wichtigkeit geworden, da die Stromproduktion heutzutage viel volatiler ist als zu Zeiten, als nur wenige Kraftwerke den benötigten Strom produzierten.
Regenerative Energien leisten heute nicht nur fast die Hälfte der Stromproduktion, sondern tragen auch durch die Bereitstellung von Systemdienstleistungen wie Regelenergie einen wichtigen Beitrag zur Systemstabilität bei.
Was ist keine erneuerbare Energie?
Es gibt verschiedene nicht-erneuerbare Energien. Wir stellen sie und ihre Charakteristik hier kurz vor. Den meisten wird bekannt sein, dass nicht-erneuerbare Energien aus Ressourcen gewonnen werden, die nicht wiederhergestellt werden können. Entweder benötigen sie zu viel Zeit oder sie regenerieren sich nicht. Dabei handelt es sich hauptsächlich um fossile Brennstoffe (Kohle, Öl, Erdgas), Kernbrennstoffe und Biokraftstoffe.
Im Gegensatz dazu gibt es unerschöpfliche erneuerbare Energieressourcen, wie beispielsweise Solarenergie, Windenergie, hydraulische Energie und Geothermie.
Diese Energieressourcen haben in erster Linie zwei Hauptnutzungen: die Erzeugung von Strom und die Gewinnung von mechanischer Energie.
Fossile Energie: Die ersten Energiequellen der Welt

Fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Erdgas, die aus organischen Stoffen gewonnen wurden, sind die ersten Energiequellen, die die Welt kannte. Sie durchliefen im Laufe von Millionen von Jahren verschiedene physikalisch-chemische Umwandlungen, um in ihrer heutigen Form zu existieren.
Obwohl sie natürlichen Ursprungs sind, ist es offensichtlich, dass ihr Verbrauch schneller vonstatten geht, als ihre Erzeugung. Heutzutage weiß man, dass die Verarbeitung fossiler Brennstoffe zum einen viel zu teuer und zum anderen für den Großteil aller schädlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist.
Darum muss sich die Menschheit auf alternative Energiequellen wie Sonne und Wind konzentrieren.
Aktuell sind fossile Brennstoffe aufgrund ihrer hohen Brennkraft die bevorzugte Energiequelle des Menschen. Sie werden hauptsächlich in Dampfkraftwerken zur Erzeugung von elektrischer Energie und Wärmekraftmaschinen zur Gewinnung von mechanischer Arbeit genutzt.
Allerdings hat die kontinuierliche Nutzung fossiler Brennstoffe unübersehbare ökologische Katastrophen zu verantworten: Sie führt nicht nur zur Freisetzung umweltschädlicher Gase wie Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen, welche die globale Erwärmung und den Klimawandel begünstigen. Sie zerstört zunehmend unsere Umwelt und damit die Lebensgrundlage von Mensch und Tier auf diesem Planeten.
Kohle – einst Hauptenergieträger
Kohle, auch bekannt als der Königsbrennstoff der industriellen Revolution, war einst der Hauptenergieträger bei der Stromerzeugung.
Später wurde sie durch Öl abgelöst, das einfacher zu handhaben und zu verarbeiten war. Kohle entsteht durch Versteinerung von Wasserpflanzen.
Die Verwendung von Kohle als Brennstoff erfreute sich großer Beliebtheit, als die ersten Dampfmaschinen entwickelt wurden.
Diese technologischen Fortschritte ermöglichten es, mechanische Energie aus Kohle zu gewinnen und lösten damit eine Revolution aus, die als industrielle Revolution bekannt ist.

Öl – der flüssige Brennstoff
Als Hauptkraftstoff für Motoren ist Öl weit verbreitet und unverzichtbar. Es ist ein flüssiger Brennstoff, der aus Kohlenwasserstoffen besteht. Diese Moleküle enthalten Wasserstoff und Kohlenstoff und entstehen aus der Zersetzung organischer Substanzen durch anaerobe Bakterien.
Die Entstehung von Erdöl ist das Ergebnis von jahrhundertelanger chemischer Umwandlung von tierischen und pflanzlichen Organismen.
Es handelt sich hierbei um einen fossilen Brennstoff, der im Untergrund verborgen ist und daher durch Bohrungen gewonnen werden muss. Die Eigenschaften variieren je nach Ursprungsort und müssen nach der Extraktion raffiniert werden, um als „roh“ bezeichnet zu werden.
Kernenergie

Die Energie des Atoms, auch bekannt als Kernenergie, basiert auf der Spaltung von Uranatomen zur Energiegewinnung.
Kernenergie hat zahlreiche Anwendungen, jedoch ist die wichtigste heutzutage die Erzeugung elektrischer Energie in Kernkraftwerken.
Uran, ein Element im Periodensystem mit der Nummer 92, kommt in der Natur in vergleichsweise geringen Konzentrationen vor. Derzeit gibt es weltweit 19 Länder, die Uran abbauen.
Jedes Gramm Uran kann große Energiemengen freisetzen, jedoch handelt es sich dabei um eine nicht regenerierbare Ressource und Uranminen sind nicht unerschöpflich.
Atomenergie produziert keine Treibhausgase, doch kann sie nicht als saubere Energiequelle betrachtet werden, da sie große Mengen an radioaktiven Abfällen produziert.
Biomasse und Agrotreibstoffe
Biomasse und Agrotreibstoffe sind brennbare Rohstoffe, die genutzt werden, um Wärmeenergie in Motoren oder Wärmekraftwerken zu erzeugen. Diese Biomasse stammt aus extensiv angebautem Gemüse sowie Holz, Weizen und tierischen Produkten, die industriell aufbereitet werden müssen.
Bisweilen wird dieser Kraftstoff auch mit fossilen Brennstoffen gemischt verwendet. Obwohl Biomasse als erneuerbare Energiequelle angesehen werden kann, ist sie nicht wirklich nachhaltig. Auch kann sie nicht als saubere Energie betrachtet werden, da bei der Verbrennung Treibhausgase entstehen.
Hinzu kommt die Tatsache, dass es nicht genügend Fläche für eine ausreichend Menge an Biomasse gibt, um damit die fossilen Energien zu ersetzen.
Was für erneuerbare Energien gibt es derzeit weltweit?
Weltweit betrug die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Jahr 2020 laut World Energy Outlook 2021 (Tables for scenario projections, Table A.3a) insgesamt 7 593 Terawattstunden (TWh). Davon wurden:
57 % mit Wasserkraft
21 % mit Windkraft
11 % mit Sonnenenergie
9 % mit Biomasse
1 % mit Erdwärme
erzeugt.
Die Suche nach energieeffizienten Möglichkeiten treibt die Welt an und erneuerbare Energiequellen gewinnen zunehmend an Bedeutung.

2022 machen fast 30 % der weltweiten Primärenergieversorgung aus. Es ist zu erwarten, dass diese Zahl mit der Umstellung auf saubere Energien noch steigen wird.
Erneuerbare Energien sind nicht nur auf Strom beschränkt, sondern umfassen auch Transport-, Heizungs- und Kühlungskraftstoffe. Eine höhere Beteiligung erneuerbarer Energien hätte weltweit erhebliche Auswirkungen auf die Reduzierung von Treibhausgasemissionen.
Darüber hinaus sind erneuerbare Energien oft billiger als herkömmliche Energieformen, was sie für die Verbraucher erschwinglicher macht. Aus all diesen Gründen ist die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien weltweit von entscheidender Bedeutung für die Deckung unseres künftigen Energiebedarfs.
Welche erneuerbaren Energieformen nutzt Deutschland?
Der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Endenergieverbrauch lag im Jahr 2022 bei 20,4 Prozent, gemäß der EU-Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien (RED II, 2018/2001). Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich ein Anstieg um 1,2 Prozentpunkte. Bereits im Jahr 2020 hatte Deutschland sein von der EU festgelegtes Ziel von 18 Prozent mit einem Anteil von 19,1 Prozent übertroffen.

Um die neuen, ambitionierten EU-Klimaziele zu erreichen, ist jedoch ein bedeutend schnelleres Wachstum der erneuerbaren Energien in den kommenden Jahren unerlässlich.
Insgesamt wurden im Jahr 2022 489 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) an Energie aus erneuerbaren Quellen genutzt.
Davon entfielen rund 52 Prozent auf die Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen, 41 Prozent auf den erneuerbaren Wärmesektor und 7 Prozent auf biogene Kraftstoffe im Verkehrsbereich.
Leider lässt die aktuelle Politik der Bundesregierung unter Olaf Scholz vermuten, dass die Klimaziele in Deutschland nicht erreicht werden. Dazu haben wir hier die Ausführungen des WWF eingefügt:
“Zum Hintergrund:
Quelle: WWF https://www.wwf.de/2023/juli/klimaziele-ruecken-in-die-ferne
Laut Klimaschutzgesetz müssen Sektoren, die ihre Klimaziele im Vorjahr nicht einhalten, innerhalb einer Frist ein Sofortprogramm für den Klimaschutz auflegen. Das war in diesem Jahr im Gebäude- und Verkehrssektor der Fall. Die Frist beträgt drei Monate nach der Prüfung der Emissionsdaten durch den Expertenrat für Klimafragen. Dieser Bericht war am 17. April 2023 veröffentlicht worden: https://expertenrat-klima.de/content/uploads/2023/05/ERK2023_Pruefbericht-Emissionsdaten-des-Jahres-2022.pdf Die Frist läuft damit an diesem Montag, 17. Juli, aus. Die Bundesregierung plant währenddessen, das geltende Klimaschutzgesetz an entscheidenden Stellen abzuschwächen. Das ressortübergreifende Klimaschutzprogramm, das die Regierung im Juni vorgestellt hat, ist ein Eingeständnis, dass die 2030-Ziele mit den aktuellen und geplanten Maßnahmen deutlich verfehlt werden: https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2023/06/20230614-habeck-wichtiges-klimapaket-geht-in-die-ressortabstimmung.html “
Biomasse
Die Biomasse ist zweifellos der unangefochtene Champion der erneuerbaren Energieträger. Ihre vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten machen sie in sämtlichen Sektoren – sei es als fester Brennstoff zur Beheizung, als Biokraftstoff für den Verkehr oder als Biogas für die Stromerzeugung – unverzichtbar.
Mit einem stolzen Anteil von 52 Prozent an der Bereitstellung von erneuerbarer Endenergie ist sie die unbestrittene Nummer eins.
Auf Platz zwei folgt die Windenergie mit immerhin 26 Prozent. Die Photovoltaik- und Solarthermieanlagen tragen 14 Prozent zur Energiegewinnung bei.
Wasserkraft und Geothermie steuern jeweils 4 Prozent bei. Wenn man sich die Entwicklung der erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren vor Augen führt, kann man durchaus von einem positiven Trend sprechen.

Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Sektoren. Während sich der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch in den letzten 10 Jahren nahezu verdoppelt hat und im Jahr 2022 bei 46,2 Prozent lag, sind die Anteile in den Bereichen Wärme (17,4 Prozent) und Verkehr (6,8 Prozent) vergleichsweise langsam gestiegen.
Strom
Die erneuerbaren Energien im Stromsektor haben in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg erfahren. Schon im Jahr 2021 betrug der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch 41,2 Prozent. Doch im Jahr 2022 konnte dieser Anteil auf 46,2 Prozent gesteigert werden.
Insgesamt wurden im Jahr 2022 rund 254,0 Mrd. kWh Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt, was einem Zuwachs von fast 20 Mrd. kWh im Vergleich zum Vorjahr (+9 Prozent) entspricht.
Natürlich spielt das Wetter hierbei eine entscheidende Rolle. Im Jahr 2022 gab es eine besonders gute Solarstrahlung, die optimale Bedingungen für die Photovoltaik-Stromerzeugung ermöglichte und sogar zu einem neuen Rekordwert führte. Auch die Windverhältnisse waren etwas besser als im windschwachen Jahr 2021.
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Wind

Im Jahr 2021 hat die Windenergie mit einem Ertrag von 125,3 Mrd. kWh den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien geleistet und bleibt unangefochten vor der Braunkohle an der Spitze des Strommixes.
Allerdings konnte die Stromerzeugung der windstärkeren Jahre 2019 und 2020 nicht erreicht werden. Ein alarmierendes Signal für den verhaltenen Anlagenzubau der letzten Jahre.
Im Jahr 2022 konnte die installierte Leistung von Windenergie an Land und auf See zwar um 2.461 Megawatt (MW) gesteigert werden.
Doch um die Energie- und Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen, bedarf es eines deutlich stärkeren Ausbaus der Windenergieleistung.
Photovoltaik
Die Stromerzeugung mithilfe von Photovoltaik (PV) hat im Jahr 2022 von der hohen Anzahl an neu errichteten Anlagen sowie von den extremen Sonnentagen profitiert.
Insgesamt wurden 60,8 Milliarden kWh Strom aus PV-Anlagen generiert, was einen Anstieg von mehr als 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr (49,3 Mrd. kWh) bedeutet.
Im Laufe der letzten fünf Jahre ist die erzeugte Strommenge sogar um 57 Prozent gestiegen, verglichen mit dem Jahr 2013.
In den vergangenen Jahren nahmen PV-Kapazitäten kontinuierlich zu, nachdem sie zwischen 2012 und 2013 stark eingebrochen waren.

Im Jahr 2022 wurde eine Leistung von fast 7.300 MW bei neu installierten PV-Anlagen erreicht, was sogar noch mehr ist als im Vorjahr (2021: 4.807 MW). Innerhalb der letzten fünf Jahre ist die insgesamt installierte PV-Leistung um 59 Prozent auf nunmehr etwa 67.400 MW (2022) angestiegen, verglichen mit etwa 42.300 MW im Jahr 2017.
Wasserkraft und Geothermie
Durch eine außergewöhnlich trockene Wetterlage fiel die Stromerzeugung aus Wasserkraft im vergangenen Jahr auf 17,5 Mrd. kWh – im Vergleich zum Vorjahr (19,7 Mrd. kWh) ein deutlicher Rückgang. Dennoch bleibt die jährliche Einspeisung, abhängig vom Wetter, seit vielen Jahren relativ beständig bei bis zu 20 Mrd. kWh.

Allerdings häufen sich in jüngerer Vergangenheit trockene Jahre, die zu weniger Stromerzeugung aus Wasserkraft führen.
Das Ausbaupotenzial der Wasserkraft ist in vielen Gebieten bereits ausgeschöpft, wodurch die installierte Leistung seit Jahren kaum Veränderungen erfahren hat.
Ende 2022 betrug die Gesamtkapazität etwas mehr als 5.500 MW.
In Bezug auf die Geothermie blieb die Stromerzeugung etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
Wärmesektor
Die Entwicklung erneuerbarer Energien im Wärmesektor stagnierte in den vergangenen Jahren. Zwar erhöhte sich die Verwendung von fester Biomasse bis 2013, danach verlangsamte sich der Anstieg der erneuerbaren Energieträger im Wärmeverbrauch.
In diesem Jahr stieg der Anteil erneuerbarer Energieträger am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte wieder an und erreichte 17,4 Prozent. Die Biomasse bleibt die dominierende erneuerbare Energiequelle für die Wärmeversorgung.
Feste Biomasse wie Holz ist der größte Lieferant erneuerbarer Wärme, obwohl ihr Anteil am Gesamtverbrauch von 86 Prozent im Jahr 2000 auf 65 Prozent im Jahr 2022 gesunken ist.
Die feste Biomasse lieferte 130,5 Mrd. kWh am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte, während flüssige Biobrennstoffe, gasförmige Biomasse und biogener Abfall jeweils kleinere Mengen beisteuern.

Erneuerbare Wärme wird nicht nur durch Biomasse, sondern auch durch Solarthermie- und Geothermieanlagen erzeugt. Innerhalb von 22 Jahren stieg der Anteil der Solarthermie von 2 auf 5 Prozent der insgesamt erneuerbaren Wärme.
Im Jahr 2022 sorgte die Solarthermie aufgrund einer verbesserten Sonneneinstrahlung mit 9,7 Mrd. kWh für etwa 14 Prozent mehr Energie als im Vorjahr (8,6 Mrd. kWh). Gleichzeitig gewann die Wärmebereitstellung aus Umweltwärme und Geothermie im Jahr 2022 mit 22,0 Mrd. kWh deutlich an Bedeutung und lag um 13 Prozent höher als im Vorjahr (19,5 Mrd. kWh).
Dies unterstreicht das starke Wachstum auf dem Wärmepumpenmarkt. Insgesamt werden rund 11 Prozent der erneuerbaren Wärme aus Geothermie und Umweltwärme gewonnen, ein Anstieg im Vergleich zu unter 4 Prozent im Jahr 2000.

Verkehr
Im Verkehrssektor herrscht eine alarmierende Abhängigkeit von konventionellen Energiequellen vor, was die Nutzung erneuerbarer Ressourcen angeht.
Auch wenn der Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien im Schienen- und Straßenverkehr berücksichtigt wird, liegt der Anteil an erneuerbaren Energien im Jahr 2022 lediglich bei 6,8 Prozent.
Die Verwendung von Biokraftstoffen im Verkehr hängt maßgeblich von der gesetzlich festgelegten Treibhausgas-Minderungsquote ab.
Diese wurde im Jahr 2020 von vier auf sechs Prozent erhöht, was einen Anstieg des Biokraftstoffabsatzes zur Folge hatte. Allerdings können Emissionsminderungen aus dem Verkauf von Biokraftstoffen auch durch andere Erfüllungsoptionen ausgeglichen werden. Trotz einer weiteren Anhebung der Treibhausgas-Minderungsquote im Jahr 2022 kam es zu keinem erneuten Anstieg des Biokraftstoffabsatzes, was zu denken gibt.
Im Jahr 2022 hat der Verkehrssektor insgesamt 40,4 Milliarden Kilowattstunden aus erneuerbaren Energiequellen genutzt – ein leichter Anstieg von knapp 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Verwendung von erneuerbarem Strom stieg jedoch deutlich um 16 Prozent auf etwa 6,1 Milliarden Kilowattstunden, während die Menge an Biokraftstoffen bei 34,3 Milliarden Kilowattstunden stagnierte (2021: 34,5 Milliarden Kilowattstunden).
Der wichtigste Biokraftstoff war Biodiesel mit 24,5 Milliarden Kilowattstunden, gefolgt von Bioethanol mit 8,7 Milliarden Kilowattstunden. Biomethan (1,1 Milliarden Kilowattstunden) und Pflanzenöl (0,02 Milliarden Kilowattstunden) trugen vergleichsweise wenig zur Gesamtmenge der Biokraftstoffe bei.
Der Gesamtstromverbrauch im Verkehrssektor betrug im Jahr 2022 etwa 13,3 Milliarden Kilowattstunden, wovon etwa 6,1 Milliarden Kilowattstunden aus erneuerbaren Energieträgern stammten.
Trotz des wachsenden Anteils erneuerbarer Energiequellen trägt dieser nur etwa 1 Prozent zum Gesamtenergieverbrauch im Verkehrssektor bei und wird bisher zu fast 90 Prozent im Schienenverkehr eingesetzt.
Vermeiden von Treibhausgasen in Deutschland
Durch die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energieträger werden fossile Brennstoffe verdrängt und somit auch klimaschädliche Treibhausgase vermieden.
Im Jahr 2022 konnten durch erneuerbare Energien etwa 232 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Leider reicht das bei weitem nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen.
Laut Berechnungen des UBA verdrängen erneuerbare Energien vor allem Steinkohle und Erdgas aus dem deutschen Energiemix – ein erfreulicher Schritt in Richtung Klimaschutz.
Im Bereich der Wärmeversorgung führt der Einsatz erneuerbarer Energien vor allem zu Einsparungen von Heizöl, während im Verkehrsbereich vor allem Diesel- und Ottokraftstoff durch alternative Energiequellen ersetzt werden.

Können erneuerbare Energien den Klimawandel stoppen?
Erneuerbare Energien allein können den Klimawandel nicht stoppen, sie spielen jedoch eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Der Klimawandel wird hauptsächlich durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe verursacht, die zu einer erhöhten Freisetzung von klimaschädlichen Gasen wie Kohlendioxid führt.
Erneuerbare Energien hingegen nutzen natürliche Ressourcen wie Sonne, Wind, Wasser und Biomasse, die keine oder nur geringe Treibhausgasemissionen verursachen. Indem erneuerbare Energien verstärkt genutzt werden, lässt sich der Ausstoß von Treibhausgasen erheblich reduzieren.
Die Umstellung auf erneuerbare Energien ist somit das effektivste Mittel, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und letztendlich den Klimawandel zu bremsen.

Dabei muss beachtet werden, dass zu einer umfassenden Lösung zur Bekämpfung des Klimawandels auch Maßnahmen wie Energieeffizienz, Naturschutz und Veränderungen im Verhalten umfassen.
Erneuerbare Energien allein reichen nicht aus, um die globalen Treibhausgasemissionen auf ein sicheres Niveau zu bringen.
Es sind weitreichende Maßnahmen auf individueller, regionaler und globaler Ebene erforderlich, um den Klimawandel zu stoppen. Dies beinhaltet die Entwicklung und Umsetzung umfassenderer und nachhaltigerer Energiesysteme, den Schutz von Ökosystemen und die Förderung eines nachhaltigen Konsums und Produktionsverhaltens.
Welche ist die beste erneuerbare Energie?
Es gibt keine eindeutige Antwort auf diese Frage, da die verschiedenen erneuerbaren Energien unterschiedliche Vor- und Nachteile haben und für verschiedene Zwecke geeignet sind.
Solarenergie:
Gewinnung von Energie durch Sonnenlicht. Vorteile sind die Fülle an Sonnenlicht und die Vielseitigkeit der Anwendungen, während Nachteile die Abhängigkeit von Wetter und Tageszeit sowie die hohen Kosten der Installation von Solaranlagen darstellen
Windenergie:
Nutzung von Windkraft zur Stromerzeugung. Vorteile sind die niedrigen Betriebskosten und die hohe Leistungsfähigkeit der Windkraftanlagen, während zu den Nachteilen der Windenergie die Notwendigkeit von ausreichenden und konstanten Windgeschwindigkeiten sowie die potenziellen Auswirkungen auf Landschaft und Tierwelt gehören.
Wasserkraft:
Nutzung der Energie fließenden oder fallenden Wassers zur Stromerzeugung. Vorteile sind die hohe Effizienz und Zuverlässigkeit von Wasserkraftanlagen. Ihre Nachteile bestehen in den ökologischen Auswirkungen auf Flussökosysteme und der Abhängigkeit von geeigneten Standorten.
Geothermie:
Nutzung von Wärmeenergie aus dem Inneren der Erde zur Stromerzeugung oder Heizung. Vorteile sind die konstante Verfügbarkeit und geringe Umweltauswirkungen. Zu den Nachteilen zählen die Notwendigkeit von geeigneten geologischen Bedingungen und die hohen Investitionskosten.
Biomasse:
Nutzung organischer Materialien wie Pflanzen oder tierische Abfälle zur Stromerzeugung oder Herstellung von Biokraftstoffen. Vorteile sind die vielfältigen Quellen für Biomasse und die Flexibilität der Anwendungen. Ihre Nachteile liegen in den CO2-Emissionen bei der Verbrennung und der Konkurrenz für den Nahrungsmittelanbau.
Insgesamt kann die beste erneuerbare Energie je nach Standort, Ressourcenverfügbarkeit und ihrem spezifischen Anwendungsfall variieren. Empfehlenswert ist daher eine Kombination verschiedener erneuerbarer Energien, um die Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit einer Regio oder eines Landes zu gewährleisten.
Warum sind erneuerbare Energien so wichtig?
Es gibt mehrere Gründe, warum erneuerbare Energien so wichtig sind:
Klimawandel
Der Einsatz von erneuerbaren Energien trägt zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen bei, was dabei hilft, den Klimawandel zu reduzieren. Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen haben erneuerbare Energien wie Sonne, Wind und Wasser keinen oder nur einen minimalen CO2-Ausstoß.

Endliche Ressourcen:
Fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas sind begrenzte Ressourcen und ihre Verfügbarkeit nimmt ab. Erneuerbare Energien hingegen nutzen natürliche Ressourcen wie Sonnenlicht, Wind, Wasser und Biomasse, die unerschöpflich sind und dauerhaft genutzt werden können.

Energieunabhängigkeit:
Durch den Einsatz erneuerbarer Energien kann eine größere Unabhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen erreicht werden. Dies ist besonders wichtig für Länder, die von externen Energielieferungen abhängig und dadurch anfällig für Preisschwankungen und geopolitische Konflikte sind.
Wirtschaftliche Entwicklung:
Die Förderung von erneuerbaren Energien führt zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und zur Stärkung der heimischen Wirtschaft. Der Aufbau von erneuerbaren Energiesektoren erfordert Investitionen, bringt aber auch Innovationen und technologischen Fortschritt hervor.
Umweltverschmutzung und Gesundheit:
Die Nutzung erneuerbarer Energien reduziert nicht nur die Emission von Treibhausgasen, sondern auch die Produktion von Luft- und Wasserschadstoffen, die die Umwelt und die menschliche Gesundheit belasten. Erneuerbare Energien sind daher eine notwendige, saubere und gesündere Alternative zu fossilen Brennstoffen.

Insgesamt tragen erneuerbare Energien zur Nachhaltigkeit bei, indem sie den Einsatz von endlichen Ressourcen vermindern, den Klimawandel reduzieren, Energieunabhängigkeit schaffen, die Wirtschaft stärken und die Umwelt schützen. Das bedeutet: Sie spielen eine enorm wichtige Rolle für die Zukunft unserer Gesellschaft.
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Vier wichtige Zahlen zu erneuerbaren Energien
Die vier wichtigsten Zahlen zu erneuerbaren Energien sind:
26 Prozent
Dies ist der Anteil erneuerbarer Energien am globalen Stromverbrauch im Jahr 2019. Es zeigt, dass erneuerbare Energien mittlerweile einen signifikanten Teil der globalen Stromerzeugung ausmachen.
11 Millionen
Diese Zahl repräsentiert die Anzahl der Arbeitsplätze, die weltweit im Jahr 2018 im Bereich erneuerbare Energien geschaffen wurden. Sie verdeutlicht das enorme Potenzial der grünen Energiebranche für die Schaffung von Arbeitsplätzen.
72 Prozent
Dies ist der Anteil der weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien im Jahr 2019, der in den asiatisch-pazifischen Raum floss. Diese Zahl zeigt, dass insbesondere Länder wie China und Indien eine Vorreiterrolle bei der Förderung von erneuerbaren Energien einnehmen.
100 Prozent
Diese Zahl repräsentiert das Ziel vieler Länder und Unternehmen, ihren Strombedarf vollständig aus erneuerbaren Quellen zu decken. Es zeigt den wachsenden Trend hin zur Dekarbonisierung und den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Energiewirtschaft.
Können erneuerbare Energien den gesamten Energiebedarf in Deutschland decken?

Ja, erneuerbare Energien haben das Potenzial, den gesamten Energiebedarf in Deutschland zu decken. Durch die Nutzung von Windkraft, Solarenergie, Biomasse und Wasserkraft wird bereits jetzt ein beträchtlicher Teil des Energiebedarfs in Deutschland gedeckt.
Allerdings gibt es weitere technische, wirtschaftliche und politische Herausforderungen, um eine vollständige Deckung des Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien zu erreichen. Die Energiewende ist ein laufender Prozess, der darauf abzielt, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und die Nutzung erneuerbarer Energien zu erhöhen.
Es erfordert Investitionen in Infrastruktur, Speichertechnologien und Forschung – vor allem aber viel intensivere politische Maßnahmen, um den Ausbau erneuerbarer Energien weiter voranzutreiben.
Ist die Klimaschutzklage ein probates Mittel, um den Einsatz erneuerbarer Energien in Deutschland voranzutreiben?

Die Klimaschutzklage kann als probates Mittel angesehen werden, um den Einsatz erneuerbarer Energien in Deutschland voranzutreiben, da sie dazu beiträgt, politische Entscheidungsträger zur Umsetzung wirksamer Klimaschutzmaßnahmen zu drängen.
Eine Klimaschutzklage hat das Potenzial Gerichte dazu zu bringen, konkrete Verpflichtungen und Ziele im Bereich erneuerbare Energien festzulegen, was den Druck auf Politik und Wirtschaft erhöht.
Wir möchten hierzu das Buch von Roda Verheyen (Klima Anwältin) empfehlen:
Informationen zum Energiesparen sind hier zu finden: Energie sparen im Haushalt
Wenn ihr Fragen habt oder Informationen zu einem bestimmten Thema wünscht, lasst uns gerne einen Kommentar da.
2 Responses
Sehr informativer Beitrag. Gibt es nocht mehr Informationen zu den Klimaklagen?
Hallo, vielen Dank für den Kommentar.
Es gibt eine Menge Seiten im Internet, die weiterführende Informationen zu Klimaklagen anbieten. Darunter Greenüace, Deutsche Umwelthilfe, Heinrich Böll Stiftung oderGermanwatch. Wenn man in die Google-Suche das Wort „Klimaklagen“ eingibt, tauchen diese automatisch auf.